Daniel Richter (li.) unterstützt als spielender Co-Trainer den neuen Chefcoach Sinisa Zurovac. Foto: Joachim Mentel
Einen Umbruch hat auch die vierte Herrenmannschaft des TSV 1860 München zu verkraften. Hier sagte Christian Ranhart nach neun Jahren als Trainer Servus. Sein Nachfolger ist Sinisa Zurovac. Der 52-Jährige wird von Daniel Richter als Co-Trainer unterstützt, der seit 2013 seine Fußballschuhe für die Amateur-Löwen schnürt.
Sinisa Zurovac kennt die Kreisklasse, war zuletzt interimsweise beim FC Phönix München II tätig und davor bei den Münchner Kickers. Der 36-jährige Daniel Richter fungiert als spielender Co-Trainer, möchte aber auf dem Platz nur aushelfen, wenn Not am Mann ist. Ansonsten sind die Rollen klar verteilt. „Sinisa ist der Headcoach“, sagt er in der Woche vor dem Saisonstart, „wir sprechen aber vieles ab. Momentan ist er im Urlaub, deswegen übernehme ich das Ganze. Ich bin nächste Woche weg, dann übernimmt er es wieder.“
Verloren hat die Löwen-Vierte ihre beiden torgefährlichsten Spieler. Linus Appel ist zur Dritten aufgerückt, Asaad Khalil absolviert derzeit seinen Militärdienst. „Wir müssen schauen, ob er im Winter wiederkommt“, hat Richter die Hoffnung auf die Rückkehr des Ägypters nicht aufgegeben.
Die Vierte hat derzeit sechs externe und drei Zugänge aus der dritten Mannschaft zu vermelden. Manase Mbimbu (21) kommt von Phönix München II aus der Kreisklasse 5, ist Stürmer, kann aber auch im linken offensiven Mittelfeld spielen. Rafael Muck hatte schon im letzten Winter einige Male mittrainiert, schloss sich jetzt fest den Sechzgern an. Der 27-jährige Innenverteidiger spielte zuletzt in seiner Heimat für den FC Wacker Bamberg in der Kreisklasse. Arian Musliu (25) dagegen ist ein alter Bekannter, schnürte früher schon die Fußballschuhe für die 1860-Amateure. Nach vier Jahren, auch berufsbedingt, kehrt der zentrale Mittelfeldspieler zurück.
Stürmer Manase Mbimbu kam von Phönix München II zu der Löwen-Vierten. Foto: Joachim Mentel
Jannick Baumer (30) kommt von der Dritten und unterstützt das Team in der Mittelfeldzentrale. Das gilt auch für den ein Jahr jüngeren Mauro Geismann, ebenfalls im Mittelfeld zu Hause. Beide wollen sich über gute Leistungen wieder oben anbieten. Ähnlich verhält es sich bei Musa Keita. Der 26-Jährige, auf der rechten Außenbahn zu Hause, war lange verletzt, soll über Spielpraxis kontinuierlich zu alter Stärke zurückgeführt werden.
Amin Karkour kommt von den Löwen des TSV 1880 Wasserburg II in die Landeshauptstadt, ist derzeit verletzt. Die Position des 23-Jährigen ist das rechte Mittelfeld. Antonio Leanza (24) spielte zuletzt für den SC Baldham-Vaterstetten in der Kreisliga, kommt vorwiegend auf dem rechten Flügel zum Einsatz. Aus Berlin verschlug es Tobias Liebsch nach München. Der 32-Jährige kann sowohl rechts in der Verteidigung als auch im Mittelfeld eingesetzt werden.
Trotz der neuen Saison spricht Richter von den alten Problemen. Beim letzten Testspiel gegen die DJK Pasing III, das mit 3:5 verloren ging, saß neben dem Co-Trainer nur ein weiterer Feldspieler auf der Ersatzbank. „Es sind viele im Urlaub, dazu haben wir momentan einige Verletzte. Bei allen Vorbereitungsspielen hatten wir nie mehr als 13 oder 14 Spieler. Das ist halt sehr ernüchternd, aber wir hoffen, dass wir in Thalkirchen mit der vollen Kapelle antreten können.“ Wenn alle da und fit seien, mache er sich keine Sorgen.
Trotzdem wird es kein einfaches Unterfangen zum Auftakt beim Kreisliga-Absteiger. „Wir wissen nicht so genau, wo wir stehen.“ Die Idee ist, kompakter zu verteidigen. „Wir wollen nicht mehr so viele Gegentore kassieren wie letzte Saison, weniger Fehler im Spielaufbau machen und der Mannschaft einen klaren Plan in die Hand geben.“ Das Saisonziel sei erstmal der Klassenerhalt. „Wir haben einen Umbruch, müssen uns als Mannschaft noch zusammenfinden, sind aber auf einem guten Weg“, findet Richter.