Fjolla Krasniqi erzielte in Unterzahl den hochverdienten Ausgleich im Spitzenspiel der Kreisklasse. Foto: Joachim Mentel

Am Ende konnten die U23-Frauen des TSV 1860 München mit dem 1:1 im Spitzenspiel gegen den SV Laim I besser leben als die Gegnerinnen. Sie führen durch das Remis weiterhin mit vier Punkten Vorsprung die Tabelle an. Dabei verloren sie bei 0:1-Rückstand auch noch ihre Kapitänin Michelle Raabe durch eine äußerst zweifelhafte Rote Karte (25.). Den hochverdienten Ausgleich erzielte Fjolla Krasniqi in der 60. Minute.

Der Sport stand an diesem Nachmittag im Hintergrund. Es gab Szenen, die sich auf keinem Sportplatz abspielen sollten mit einem total überforderten Schiedsrichter. „Als ich ihn sah, habe ich nur gedacht: Oh meine Güte! Ich glaube, der ist gerade mal 15 Jahre alt. Der hatte bisher nur Spiele im Jugend- und Kinderbereich gepfiffen“, erklärte U23-Coach Mariano Frate sein Unverständnis für die Schiedsrichteransetzung, zumal es sich um ein Spitzenspiel handelte und schon beim Hinspiel die Emotionen übergekocht waren, er selbst damals Rot sah und für fünf Partien gesperrt worden war.

Zu Beginn hatte sich der 56-Jährige noch über die Entscheidungen von Schiedsrichter Stavro Shaaya aufgeregt. Bis zu einer Gelben Karte gegen ihn. „Danach habe ich mir gedacht: Eigentlich tut mir der Schiedsrichter leid, er war einfach überfordert. Auf ihn haben Spielerinnen, Trainer und die vielen Zuschauer des gegnerischen Teams permanent eingeredet und ihm dabei wirklich bösartige Sachen an den Kopf geworfen. Der Trainer von Laim hat ständig Abseits moniert.“ Dem Unparteiischen entglitt immer mehr die Partie. „Für mich ist es unverständlich, dass der Verband bei einem Spitzenspiel mit dieser Vorgeschichte keinen erfahrenen Schiedsrichter schickt. Das macht mich einfach traurig!“

Aber nicht nur die Ansetzung des Schiedsrichters machte Mariano Frate wütend. „Ich glaube, das ist das erste Mal, wo ich mich über das gegnerische Team äußere. Es ist eine Frechheit, dass solche Menschen coachen dürfen“, sagte er über Trainer Marco Bläser. „Auch die Laimer Zuschauer haben richtig böse Sachen unseren Spielerinnen an den Kopf geworfen. Das waren wirklich schwere Beleidigungen, wo man eigentlich das Spiel abbrechen muss. Das hat mich einfach baff gemacht. Ich bin ja selbst ein sehr emotionaler Mensch, aber ich habe noch nie eine Spielerin beleidigt!“

Von Anfang an war es ein sehr kampfbetontes, sehr körperlich geführtes Spiel. Schließlich war die Ausgangsposition klar. Laim musste gewinnen, um den Vier-Punkte-Vorsprung der Löwinnen-U23 zu verkürzen. Aus dem Nichts heraus gelang den Gästinnen bereits in der 2. Minute die Führung durch Sandra Hofknecht. Aber die Schlüsselszene spielte sich in der 25. Minute ab. Eine Spielerin der Sechzgerinnen wurde hinter dem Rücken des Schiedsrichters geohrfeigt. Michelle Raabe als Kapitänin zeigte dies beim Unparteiischen an. Es gab Tumulte mit vielen Beleidigungen, vor allem von Gästecoach Marco Bläser, mit dem sich die 1860-Kapitänninen einen Disput lieferte. Plötzlich zückte der überforderte Schiedsrichter die Rote Karte gegen Michelle Raabe. Damit mussten die Löwinnen bei Rückstand mehr als eine Stunde in Unterzahl agieren.

Mariano Frate reagierte und stellte etwas um. Trotz Unterzahl waren die Löwinnen das spielbestimmende Team, erspielten sich eine Vielzahl an guten Möglichkeiten, scheiterten aber immer wieder an den eigenen Nerven. Ein Sonderlob des Trainers bekam Saadet Tombul. „Sie hat Verantwortung übernommen, das Spiel an sich gerissen und defensiv sehr viel gearbeitet“, sagte er über seine Stürmerin. Zudem brachte er mit Ann-Sophie Demski für die Innenverteidigung und Dragana Stoilova zwei U17-Spielerinnen in die Partie. „Das ist natürlich für zwei junge Spielerinnen nicht einfach, in so eine Schlacht reingeworfen zu werden. Gleich in ihrem ersten Spiel im Frauenbereich so einen Kampf zu erleben.“ Die Unerfahrenheit konnte man besonders bei Angreiferin Dragana Stoilova merken. Einige Male lief sie alleine auf Torfrau Katharina Bloch zu, brachte aber den Ball nicht an ihr vorbei. „Da war ein bisschen Nervenflattern dabei“, zeigte Mariano Frate Verständnis. „Insgesamt war das Glück nicht auf unserer Seite.“

Hinten stand die Abwehr nach der Unaufmerksamkeit zu Spielbeginn sicher. Zusammen mit Mira Müller bildete die junge Ann-Sophie Demski ein stabiles Innenverteidigerinnen-Paar. „Die haben das stark gemacht, die zwei waren richtig Bombe“, so Mariano Frate. Auch dem gesamten Team sprach er ein Riesenlob aus. „Die haben das super gemacht zu Zehnt.“ In der 60. Minute belohnten sie sich mit dem Ausgleich. Eine Hereingabe von rechts nahm Fjolla Krasniqi im Zentrum direkt, hämmerte die Kugel aus 13 Metern zum 1:1 ins Netz.

Wenn auch der Sieg für die Sechzgerinnen aufgrund des Chancenplus möglich gewesen wäre, zeigte sich Mariano Frate am Ende mit dem 1:1 zufrieden. „Das Ergebnis ist gut für uns. Wir haben Laim auf vier Punkte Abstand gehalten. Ihr ganzes Auftreten hat ihnen nichts gebracht“, konnte er seine Schadenfreude nicht ganz verbergen.


STENOGRAMM

Frauen Kreisklasse München 1, 13. Spieltag, Sonntag, 21.03.2026, 15 Uhr
TSV 1860 München II – SV München Laim I 1:1 (0:1)

Tore
0:1 Sandra Hofknecht (2.), 1:1 Fjolla Krasniqi (60.)

Gelbe Karten
Dragana Stoilova, Ann-Sophie Demski, Fjolla Krasniqi, Julia Cecati – Sandra Hofknecht

Rote Karten
Michelle Raabe (25.) –

Zuschauer
50 Sportanlage St.-Martin-Straße

Schiedsrichter
Stavro Shaaya

Fanartikel

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